Folgen Sie uns auf: Instagram Facebook VFL
Oder besuchen Sie unseren Kempa Shop: Kempa

Aktuelles:


Aktuelle Neuigkeiten & Spielberichte

Klicken Sie auf einen Spielbericht, um ihn anzuzeigen.

Handball Verbandsliga Frauen / Rückblick VfL Nagold

Von Heiko Hofmann

Die Premierensaison in der Verbandsliga ist vorbei, das Saisonziel erreicht: Nagolds Handballerinen halten souverän die Klasse. Hier der Rückblick auf eine außergewöhnliche Spielzeit.

Sensationell, einmalig, historisch: In den vergangenen Jahren jagte bei den Nagolder Handballerinnen ein Erfolg den anderen - und in den Berichten über sie ein Superlativ den nächsten. Schon mit dem Start in der Landesliga schrieben die VfL-Frauen Vereinsgeschichte – kein Nagolder Team trat je so hochklassig an. Dort auch noch Meister zu werden und in die Verbandsliga aufzusteigen, war dann schon eine Sensation. Vor diesem Hintergrund gilt es auch den Klassenerhalt in der Verbandsliga richtig einzuordnen – als einen weiteren großen Erfolg, den das Team feiern kann. Platz sechs war es am Ende – ein Platz im Mittelfeld. Auch das hatte den Nagolderinnen vor Saisonstart nicht jeder zugetraut.

Der Rückblick

Doch die Nagolder Frauen haben geliefert. „Die gesamte Abteilungsleitung ist absolut begeistert vom Klassenerhalt unserer Frauenmannschaft. Auch, dass es kein knapper Klassenerhalt, sondern ein doch recht komfortabler Platz im Mittelfeld der Tabelle ist“, freut sich Abteilungsleiterin Jessica Günther. Das spreche dann auch für das sportliche Potential, das in der Mannschaft und dem Trainer stecke. Dazu muss man wissen, dass ein ganz großer Teil des Teams schon seit der Jugend zusammenspielt – da also jede Menge Nagolder Eigengewächse auf dem Feld stehen. Jessica Günther ist überzeugt: „Da kann man die nächste Saison gut drauf aufbauen!“ „Die Mädels haben gemerkt, dass wir gut mithalten und jedes Team schlagen können“, bilanziert auch VfL-Coach Markus Renz. Und tatsächlich: Der VfL konnte nur gegen zwei Teams keinen Sieg einfahren. Acht Siege holte sich die Mannschaft im Verlauf der Saison, hinzu kamen ein Unentschieden aber auch neun Niederlagen.

Die Hinrunde

Dabei merkten die Nagolderinnen schon beim ersten Spiel gegen den späteren Meister SG BBM Bietigheim 2, dass sie durchaus mithalten können. Und gleich im zweiten Spiel, auswärts gegen die HSG Hohenlohe, holte sich der VfL den ersten Sieg. „Der war verdammt wichtig, um den Mädels klarzumachen, dass wir nicht nur in der Liga sind, um ein Punktelieferant zu sein“, so Renz weiter. Am dritten Spieltag konnte dann auch der erste Heimsieg eingefahren werden. Damit war der Grundstein für ein selbstbewusstes Auftreten in der neuen Liga gelegt. Nagold siegte in der Hinrunde daheim weiter – absoluter Höhepunkt war ein umjubelter 31:29-Sieg gegen den späteren Vizemeister SV Leonberg/Eltingen. Nagold spielte eine starke Hinrunde, mit nur einem einzigen wirklichen Ausrutscher zum Abschluss beim Tabellenletzten HSG Kochertürn/Stein. 24:21 unterlag da der VfL – bis heute noch etwas unerklärlich. Beim Rückspiel siegte der VfL Nagold jedenfalls deutlich mit 33:16.

Im Verletzungspech

Der Blick auf die Hinrunde ist umso bemerkenswerter, wenn man die Personalsituation betrachtet. „Die Vorbereitung lief nicht so wie gewünscht“, berichtet Markus Renz von viel Verletzungspech. „Das hat sich auch durch die ganze Saison gezogen.“ Hinzu kam der frühe Ausfall von zwei wichtigen Spielerinnen wegen Schwangerschaften. „Da musste umgestellt werden, vor allem in der Abwehr“, erzählt Renz. Die Qual der Wahl hatte er bei den meisten Spielen jedenfalls nicht – oft war der Kader recht dünn. Vor allem beim Training machten sich die vielen Ausfälle bemerkbar. „Da konnte oft nicht spielnah trainiert werden.“

Die Rückrunde

In der Rückrunde erreichte der VfL dann nicht mehr den Flow aus der Hinrunde. „Da lief es ergebnistechnisch nicht mehr so gut“, sagt Renz. Auch daheim musste sich Nagold zweimal geschlagen geben – wenn auch zum Beispiel knapp mit nur einem Tor Rückstand gegen den späteren Meister aus Bietigheim. Wegen der bis zum Schluss unklaren Abstiegskonstellation in der Verbandsliga war es wichtig, dass die Nagolderinnen trotz überragender Hinrunde weitere Punkte holten. Vor allem der Sieg gegen die Handballregion Bottwar SG war wichtig – das Team landete letztlich hinter dem VfL auf Platz sieben.

Die Zuschauerkulisse

„Es macht einfach Spaß, den Mädels beim Spielen zuzuschauen“, findet Abteilungschefin Jessica Günther. Und das sehen wohl auch viele andere so. Denn auch davon berichtet Günther: Die eh schon guten Zuschauerzahlen stiegen nochmals deutlich an. Mehrfach wurde bei den Heimspielen in der Bächlenhalle die 300-er-Marke erreicht, ein Wert, den man in der Saison zuvor höchstens beim Derby gegen Calw erreicht hatte. Die Fans sind in den Augen von Coach Renz eh ein wichtiger Faktor für den VfL. Nicht nur daheim, auch auswärts sei die Performance der Nagolder Fans stark gewesen – „das war schon gut, was da an Stimmung gemacht wurde!“

Stärken und Schwächen

Eine weitere Nagolder Stärke in den vergangenen Monaten: Die gute Torhüterleistung im Zusammenspiel mit der guten Abwehrarbeit. Mit 418 kassierten Toren gehört Nagold zu den Top-Defensivteams der Liga. Zur Wahrheit gehört aber auch: Mit nur 397 erzielten eigenen Treffern nimmt Nagold bei der Torquote den vorletzten Platz ein. Letztlich entspricht der mittlere Tabellenplatz auch der Nagolder Leistung - findet Renz. „Die oberen drei Teams hatten nochmal eine deutlich höhere Konstanz als wir, auch wenn wir in den direkten Duellen streckenweise nicht schlechter waren.“ Das führt dann auch zu einer Nagolder Schwäche, an der in den nächsten Wochen und Monaten gearbeitet werden soll: „Körperlich waren die Gegnerinnen oftmals fitter als wir, das wird ein großes Augenmerk in der kommenden Vorbereitung werden!“

Der Ausblick

Aktuell wird aber pausiert beim VfL. Jede Spielerin hält sich individuell fit. Nach den Pfingstferien geht es dann wieder mit dem Ball los. „Wir werden etwas mehr Wert auf das Körperliche legen müssen“, kündigt Renz für die Vorbereitung an. Seine Hoffnung: „Vielleicht verschwinden dann auch die Verletzungen und kleinen Wehwehchen.“ Arbeiten wolle man auch an der Konstanz. „Wir müssen es schaffen, unsere Leistung und unser Können in jedem Spiel aufs Feld zu bringen.“ Renz hofft auf eine gute Vorbereitung – „und dass die Mädels Bock haben“. Dann traue er seinem Team durchaus zu, „auch wieder die eine oder andere Mannschaft ganz oben zu ärgern“.

Fotos: Hofmann

Bild_VFL-Nagold-Handball

Handball Bezirksklasse Männer

VfL Pfullingen 3 – VfL Nagold 32:25 (15:11)

Aus, Schluss, vorbei. Die Nagolder Handball-Männer beenden die aktuelle Spielrunde beim Tabellenzweiten in Pfullingen zwar mit einer 32:25-Niederlage, aber es muss gesagt sein, mit einer eindrucksvollen Leistung. Man sollte gar denken, über ein erneutes Remies konnte sich an diesem Tage auch keiner beschweren. Einzig und allein die Abschlussschwäche machte den Nagoldern einen Strich durch die Rechnung.

Ohne Christian Schmid, Carsten Tietze, Tobias Gutekunst, Sedin Mehic, Justin Schaarschmidt und Leotrim Fetahaj gingen die Mannen um Trainer Michael Tietze ins Rennen. Gerade mal 8 Feldspieler blieben übrig und man sollte davon ausgehen, dass es hier und heute nur um Schadensbegrenzung gehen sollte. Aber Nagold stemmte sich mit allem was zu Verfügung Stand dagegen und machten es den Hausherren so schwer als möglich. Gerade die so oft gescholtene Abwehr funktionierte an diesem Tage nahezu top. Auch ein glänzend aufgelegter Torhüter Simon Walz trieb die Schützen aus Pfullingen an den Rand der Verzweiflung. Nebenbei parierte er auch noch 3 Strafwürfe vom Punkt. Nagold war von Anfang an wach und sofort im Spiel. Spielstände von 5:3, 6:4, 12:9 sollten dies verdeutlichen. Auch wenn der Vorsprung mal größer war konnte man immer aufschließen und nicht abreißen lassen. Mit 15:11 ging man schließlich in die Halbzeitpause und das erste Etappenziel war geschafft.

Im zweiten Abschnitt wurde die Drangphase der Hausherren immer wieder durchbrochen, so dass es nicht zu größeren Abständen kommen konnte. Mit zunehmender Spieldauer war nun auch zu erkennen, dass so langsam die Luft im Nagolder Lager ausging. Wie schon oben angedeutet rettete Simon Walz durch Paraden und bewahrte die Gäste vor dem endgültigen Knockout. So langsam kam dann die zweite Luft und gerade die Nagolder Jungstars Silas Heinrich, Marius Haag und Paul Dietenmeier spielten sich in den Vordergrund und übernahmen Verantwortung. „Die haben heut einen richtig Guten Job gemacht“, so auch der Tenor von Trainer Tietze. Am Ende stand dann ein 32:25 auf der Anzeigetafel, was eigentlich nicht den Spielverlauf darstellte. Nach dem Spiel äußerte sich der Trainer wie folgt: „Meine Mannen haben heute nochmal alles rausgehauen und ein tolles Spiel abgeliefert. Einzig ankreidbarer Punkt ist die Chancenauswertung. Denke über ein Unentschieden dürfte sich heute auch keiner beschweren. Ein Dank gilt auch an die zahlreichen Zuschauer, die das Team in jeder Phase des Spiels unterstützten, auch wenn mal was schief ging. Gerade heute war dies wichtig“.

Die Runde ist nun zu Ende und die Nagolder schließen wohl aller Voraussicht nach als Tabellen neunter ab. Mit geschossenen 654 Toren gehört man normalerweise zu den Top-Teams der Liga, allerdings drücken einen die 698 kassierten Treffer ins untere Tabellendrittel. An diesem Missmatch muss in der Vorbereitungsphase zur kommenden Runde dringend gearbeitet werden, will man sich in der Tabelle eher oben orientieren.

Für Nagold spielten: Simon Walz im Tor; Markus Renz (3), Silas Heinrich (6), Frank Renz (2), Marius Haag (3), Maxi Hammann (4), Erik Bässler, Paul Dietenmeier (3/3), Raffael Baumgartner (4).

Bild: Heiko Hofmann

Bild_VFL-Nagold-Handball